Vom Abkommen von 1981 bis heute: islamische Finanzierung in Guinea

Vom Abkommen von 1981 bis heute: islamische Finanzierung in Guinea

Ursprünge der Banque Islamique de Guinée, regulatorische Hürden, verfügbare Produkte und die Rolle islamischer Entwicklungsfinanzierer.

In Guinea beruht islamische Finanzierung vor allem auf der 1983 in Conakry gegründeten Banque Islamique de Guinée, die schariakonforme Verträge nutzt und wie jede zugelassene Bank von der Zentralbank der Republik Guinea beaufsichtigt wird.

Ein Abkommen von 1981 zwischen Staat und Dar Al-Maal Al-Islami

Das Vorhaben geht auf eine im Oktober 1981 unterzeichnete Vereinbarung zwischen der guineischen Regierung und Dar Al-Maal Al-Islami zurück, einer im selben Jahr gegründeten islamischen Finanzholding. Guinea, Mitglied der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, suchte arabisches Kapital.

Ein Dekret von 1983 und die Eröffnung in Conakry

Die Bank wurde durch ein Dekret im März 1983 gegründet und am 5. Mai desselben Jahres eröffnet. Sie zählt damit zu den allerersten islamischen Banken Westafrikas, in einer Zeit, in der der guineische Bankensektor noch vom Staat beherrscht wurde.

Ein regionales Netz unter dem Dach von Tamweel Africa

Die Banque Islamique de Guinée gehört zur regionalen Gruppe Tamweel Africa Holding, zu der auch islamische Banken im Senegal und in Niger zählen. Diese Verbindung erlaubt es, Verfahren, Scharia-Governance und Wissen über Handelsfinanzierungsverträge zu teilen.

Warum Westafrika Investoren vom Golf anzog

Anfang der 1980er Jahre wollte Dar Al-Maal Al-Islami zeigen, dass eine zinsfreie Bank auch außerhalb des Golfs funktioniert. Mehrheitlich muslimische, aber wenig erschlossene Länder wie Guinea boten einen Markt, auf dem Nachfrage nach konformen Diensten bereits bestand.

Eine Bank unter gewöhnlichem Bankrecht

Guinea gehört nicht der westafrikanischen Währungsunion an und hat mit dem Guinea-Franc eine eigene Währung. Die Banque Islamique de Guinée wird wie konventionelle Banken von der Zentralbank zugelassen und beaufsichtigt, mit denselben Kapital- und Meldepflichten.

Mindestreserven und Aufsichtskennzahlen

Solvabilitäts-, Liquiditäts- und Großkreditquoten gelten in Guinea ohne bekannte besondere Anpassung für islamische Institute. Eine islamische Bank muss sie dennoch mit einer Bilanz aus Murabaha-finanzierten Waren und Beteiligungen erfüllen, was die Risikomessung erschwert.

Schwieriger Zugang zur Refinanzierung bei der Zentralbank

Die üblichen Refinanzierungsfazilitäten und guineischen Schatzwechsel beruhen auf einem Zinssatz. Ohne konformes Instrument wie staatliche Sukuk hält eine islamische Bank mehr ungenutzte Liquidität und kann sich in Engpässen kaum Mittel leihen.

Der Guinea-Franc und der feste Preis einer Murabaha

Bei der Murabaha wird die Marge zu Beginn festgelegt und kann während der Laufzeit nicht angepasst werden. Bei der in Guinea oft hohen Inflation preist die Bank dieses Risiko in die Anfangsmarge ein oder begrenzt die Laufzeiten auf wenige Monate.

Händler in Conakry und Lagerfinanzierung

Der Großteil des Geschäfts dient dem Handel: Ein Importeur von Reis, Zement oder Stoffen lässt die Bank die Ware kaufen und erwirbt sie dann mit einer bei Fälligkeit zahlbaren Marge zurück. Der große Markt von Madina steht für diese Händlerkundschaft.

Girokonten und Anlageeinlagen

Kunden legen Geld auf unverzinste, von der Bank garantierte Girokonten oder auf Anlagekonten nach dem Mudaraba-Prinzip. Deren Ertrag hängt von den erzielten Gewinnen ab, und nach AAOIFI-Regeln ist das Kapital vertraglich nicht garantiert.

Guineische Infrastruktur, finanziert von der Islamischen Entwicklungsbank

Als Mitglied der Islamischen Entwicklungsbank erhält Guinea Finanzierungen für öffentliche Projekte über Verträge wie Istisna oder Ijara, etwa für Infrastruktur. Diese Geschäfte laufen über den Staat und betreffen Privatpersonen nicht unmittelbar.

Was dem guineischen Markt noch fehlt

Soweit bekannt, gibt es weder einen eigenen Rechtsrahmen für islamische Schalter noch einen Sukuk-Markt oder ein strukturiertes Takaful-Angebot. Das Wachstum hängt von spezifischen Regeln der Zentralbank, konformen Liquiditätsinstrumenten und besser geschultem Personal ab.

Spezialisierte externe Quelle

Die Zentralbank der Republik Guinea veröffentlicht die Bankvorschriften, die Liste der zugelassenen Institute und ihre Jahresberichte zum guineischen Finanzsektor.

Banque Centrale de la République de Guinée